Schenken? – Zeit statt Zeug!

“Weihnachten ist der Höhepunkt des Christenjahres, denn an Weihnachten hat der Heiland den Einzelhandel gerettet.” (Dieter Nuhr)

Heute gibt’s mal ein paar Gedanken zum weihnachtlichen Schenken. Von mir für dich. Geschenkt 😀

Ich will gar nicht lang einleiten, denn das sarkastische Zitat von Dieter Nuhr triffts schon ganz gut. Alle Jahre wieder: der vorweihnachtliche Geschenkewahnsinn. Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber das ganze Weihnachts-Brimborium hat bei mir seit jeher generell eher Beklemmung als Begeisterung ausgelöst. Weihnachtslieder und Glühwein sind ganz nett, aber die Advents- und Weihnachtszeit mit ihren vielen dunklen Stunden, ihrer Hektik und eben auch dem Schenken und Beschenkt-Werden gehört für mich nicht unbedingt zu den Wohlfühl-Zeiten des Jahres. Trotzdem bemühe ich mich jedes Jahr aufs Neue, dem Ganzen etwas Gutes abzugewinnen, und will mich den Weihnachtstraditionen, wie dem gegenseitigen Beschenken, auch nicht komplett verweigern.

Mein größtes Problem mit dem Schenken kennst du sicher auch: Alle Leute um einen herum haben bereits alles (Materielle), was sie brauchen und wollen, und oft sogar noch viel mehr. Das Vorhaben, ihnen mit einem Geschenk eine Freude zu machen und ihnen zu zeigen, dass man sie gern hat, ist folglich gar nicht so leicht umzusetzen. Seit ich für mich selbst bewusster konsumiere, finde ich die Vorstellung, dass meine Geschenke nicht gefallen und dann nicht verwendet oder gar weggeworfen werden, noch viel unschöner. Wie auch schon in den vergangenen Jahren werde ich dabei bleiben, dass ich vielen Leuten „nur“ eine Weihnachtskarte schenke – ein wenig verziert und mit ein paar lieben und persönlichen Worten drauf. Darüber freue ich mich selbst immer am meisten und ich hoffe, dass es anderen da ähnlich geht.

Meine Lieblingsmenschen bekommen neben einer Karte auch immer noch ein „größeres“ Geschenk, das ich am liebsten online kaufe oder selbst mache. Dieses Jahr werde ich neben diesen materiellen Geschenken aber auch ein wenig von der Mangelware schlechthin schenken: gemeinsamer Zeit.

Grund dafür ist, dass mir 2016 noch bewusster als sonst geworden ist, dass liebe Leute um sich zu haben und Zeit mit ihnen zu verbringen einfach das Allerbeste ist – um Welten besser als viel Geld für unnötigen Kram auszugeben. Vor ein paar Tagen dann habe ich mich an die Seite „Zeit statt Zeug“ erinnert, die ich schon länger kenne und gut finde, aber noch nie in meine Geschenkeplanung miteinbezogen habe.

Kennst du die Seite schon? Du findest dort Geschenkideen, die dich größtenteils nicht mehr „kosten“ als Zeit. Die Idee, gemeinsame Aktivitäten zu verschenken, ist ja nicht neu, aber trotzdem toll und das schicke Layout der Seite das i-Tüpfchen. Ganz gut finde ich zum Beispiel die vorgegebenen Ideen „Wandern statt Wein“, „Schrankausmisten statt Shopping“, „Kochabend statt Kochbuch“ oder „Fotogucken statt Fotoapparat“. Du bist allerdings nicht an diese vorgegebenen Ideen gebunden, sondern kannst auch eigene Geschenkideen anlegen (bei den vorgegebenen Ideen gibt’s auf jeden Fall noch Luft nach oben, ich werd da mal ein bisschen grübeln und mir lustige Alliterationen überlegen :)).

Damit das Ganze nicht zum Gutschein verkommen kann, der dann doch nie eingelöst wird, legst du auch gleich einen Termin für die gemeinsame Aktivität fest (super!). Der/die Beschenkte bekommt dann eine E-Mail (mit Layout deiner Wahl), individuellem Grußtext, einem passenden Foto zum Geschenk und deinem Terminvorschlag, den er/sie dann bestätigen kann. All das kannst du auch ausdrucken, falls du die Aktivität lieber offline verschenken möchtest. Besonders toll finde ich, dass du auch für dich selbst einen Wunschzettel anlegen und deinen Lieben per E-Mail schicken kannst. Da werde ich auf jeden Fall gleich mal ein paar Zeit-Wünsche losschicken.

Die Seite ist wirklich ein schöner Gegenpol zu all dem vorweihnachtlichen Konsumwahnsinn. Find ich gut 🙂

Füllgut! – Regensburgs erster Unverpackt-Laden

Vor ein paar Tagen erst hab ich davon erfahren und mich so, so, so sehr gefreut: In Regensburg gibt es seit November einen Unverpackt-Laden namens Füllgut!

Falls du das Konzept noch nicht kennst: In Unverpackt-Läden gibt es alles, was man so tagtäglich braucht, lose und meist auch in Bio-Qualität, also z.B. Reis, Müsli, Kaffee, Süßigkeiten, Seife oder Waschmittel. Ziel ist es, die enormen Mengen an Verpackungsmüll (und allen voran Kunststoffverpackungen) zu reduzieren, die beim Einkauf im Supermarkt anfallen. Die Behältnisse zum Abfüllen (wie Gläser oder Stoffbeutel) bringen die KundInnen im Idealfall einfach selbst von Zuhause mit.

Ich bemühe mich schon seit längerem, bei Lebensmitteln und Hygieneartikeln (Kunststoff-)Verpackungen zu vermeiden. Das klappt erstaunlich gut, bei einigen Sachen ist es aber nur ganz schwer oder gar nicht möglich, wie z.B. bei Nudeln, Reis oder Hülsenfrüchten. Ich werde also ganz bald mal im Laden in der Oberen Bachgasse vorbeischauen und meine Vorräte auffüllen. Hoffentlich lassen sich durch den neuen Laden noch mehr RegensburgerInnen für den Gedanken der Müllvermeidung begeistern.

Falls du dich für das Thema Müllvermeidung interessierst, kann ich dir folgende Medien empfehlen:

 

Podcast-Tipp #1: Über das Warten.

Ich höre total gerne und oft Podcasts und wundere mich immer darüber, dass nicht alle Leute ständig nur Podcasts hören 🙂 Gerade mit Podcast-Apps (sog. Podcatchers) ist es so einfach und bequem, Podcasts zu abonnieren und zu hören, da gibt es einfach gar keinen Grund mehr, es nicht zu tun. Ich nutze übrigens die App „Podkicker“ und habe etwa 40 verschiedene Podcasts abonniert – sowohl Radiosendungen, die dann über die Seiten der Sender zum Download/Nachhören als Podcasts bereitgestellt werden, als auch Podcasts von Privatleuten.

Besonders gern mag ich es, wenn das Thema einer Episode eigentlich ziemlich unspektakulär klingt, die Episode dann aber doch so gut gemacht ist, dass ich immer wieder an einzelne Aspekte daraus denken muss.

Genauso war das bei der Episode „Über das Warten“ des Podcasts „Zeitfragen“ (Deutschlandradio Kultur), meinem ersten Podcast-Tipp für dich. Du findest sie hier. Es geht darin um die soziologischen und psychologischen Dimensionen des Wartens. Besonders interessant fand ich das Verhältnis von Macht und Warten bzw. Warten-Lassen; da musste ich gleich an das viele Warten während des Studiums denken, vor dem Prüfungsamt, vor den Sprechstunden der Dozierenden, etc. – sehr angenehm war das. Das psychologische Marshmallow-Experiment ist spannend, aber irgendwie wird damit nicht das gemessen, was ich unter Warten-Können verstehe, sondern eher andere Sachen, u.a. Kalkül und die Fähigkeit, Versuchungen zu widerstehen. Was sagst du dazu? Hättest du als Kind genascht? Ich mag keine Marshmallows, mich hätten sie nicht gekriegt 🙂

Wenn du reingehört hast, kannst du ja mal schreiben, ob du überhaupt noch wartest oder sofort die Wartevermeidungsmaschine (aka Smartphone) zückst und ob du jetzt auch einen neuen Traumjob hast und gerne über das Tropfverhalten von Pech forschen würdest 🙂

Mensch, sei so gut…

Hallo liebe/r LeserIn!

Das hier ist mein erster Blogpost. Yeah. Ich freu mich total und hoffe, dass du hier ab sofort regelmäßig von mir lesen wirst. Geplant sind Blogposts über Bücher und Podcasts, die ich interessant, und generell zu allen Themen, die ich spannend finde. Das sind derzeit vor allem bewusster Konsum, Feminismus und die deutsche Sprache/Sprachwissenschaft. Das Ganze soll mir und dir Spaß machen und auch eine Art Tagebuch und Notizbuch für mich sein, in dem ich Dinge notiere, die mich beschäftigen.

Du fragst dich vielleicht, warum ich meinen Blog „sei so gut“ genannt habe. Das hat zwei Gründe: Zum einen klingt „sei so gut“ (in der Bedeutung ,tu mir den Gefallen‘, ,bitte‘) in meinen Ohren einfach ziemlich schön. Ich weiß nicht genau, warum. Vielleicht weil es nach zuhause klingt und ich diesen Satz(teil) vor allem von meiner Mama gehört habe bzw. höre (und wahrscheinlich eher nicht weil ich generell soooo dermaßen gerne um einen Gefallen gebeten werde ;)). Vor kurzem habe ich „sei so gut“ nach einer gefühlten Ewigkeit mal wieder gehört, mich irgendwie total über diese sprachliche Rarität gefreut und einen Augenblick später beschlossen, dass die Suche nach einem Namen für meinen Blog jetzt ein Ende hat.

Denn da war mir aufgefallen, dass der Name auch inhaltlich ganz gut passt, nämlich wortwörtlich als Aufforderung an mich selbst, „gut zu sein“. Keine Sorge, ich möchte hier nicht darüber schreiben, wie ich mich selbst in den verschiedensten Lebensbereichen immer weiter optimiere und perfektioniere – mit dem Ziel immer „besser“ zu werden, wozu auch immer das dann gut sein mag… Nein, den Imperativ „sei so gut“ möchte ich für mich eher auf das Thema Konsum beziehen. Es geht mir darum, nicht kopflos zu konsumieren, die eigenen Bedürfnisse zu hinterfragen und meine Grundbedürfnisse (v.a. nach Nahrung, Kleidung und Wohnraum) „so gut“ zu befriedigen, dass die Umwelt, andere Menschen und Tiere und ich möglichst wenig Schaden nehmen.

Meine Gedanken zu diesem und vielen anderen Themen möchte ich gerne mit dir teilen und diskutieren. Sei so gut und schau doch ab und an mal vorbei 🙂